Gedanken eines frisch gebackenen Vaters

Ich sitze hier auf dem Sofa, schaue auf die Uhr. Es ist 4:55 Uhr am Morgen. Unser kleiner Schatz ist jetzt seit ca 20 Minuten wach. Ich also auch. Wir sind extra ins Wohnzimmer gegangen, damit die Mrs noch etwas Schlaf nachholen kann. Junior strampelt fleißig vor sich hin, während er auf meinem Schoß liegt. Ich versuche noch im Halbschlaf sein Fläschchen irgendwie in seinen Mund zu bugsieren. Scheinbar hat er Hunger, meint er. Aber auch nicht so richtig, nichts essen ist aber genau so doof.

Wie die Mrs bereits mitgeteilt hat, war ganz plötzlich alles anders. Nachdem wir gestern noch mal zum Arzt mussten, einen für Frühchen routinemäßigen Kontrolltermin, sind bei mir viele Erinnerungen aus dem Krankenhaus wieder hoch gekommen. Plötzlich waren da Tränen in meinen Augen. Die erste Zeit war so extrem fordernd, hat so viel Kraft geraubt und uns beide altern lassen. Wir waren an unserer Belastungsgrenze. Das klingt jetzt dramatisch, aber so war es nun mal.

Ich fange an zu überlegen, wie die Zeit so war. Was wir alles erlebt und gelernt haben. Das klingt schlimm und hart, aber wenn man so lange im Krankenhaus war, wie wir mit unserem Kleinem stumpft man in der Situation schon mächtig ab. Wir waren 16 Tage auf der Kinderintensivstation, danach auf der “normalen” Frühgeborenen NachsorgeStation. Dort sind wir bis sechs einhalb Wochen nach der Geburt geblieben. Dann durften wir unseren kleinen Schatz endlich mit nach Hause nehmen.

Ich denke an die ganzen Spritzen, Magensonden und den ZVK. Mir wird ganz mulmig. Der kleine Kämpfer, er musste schon so viel durchmachen. Das ist nicht leicht zu sehen. Wir haben aber auch vieles gelernt und sind deshalb in manchen Situation einfach sehr gelassen. Gelassenener als viele andere Eltern. Plötzlich macht Junior ein Geräusch und reißt mich aus meinen Gedanken. Er strampelt. Durch meine nassen Augen kann ich erkennen wie er mich anlächelt. Plötzlich bleibt die ganze Welt stehen. Zumindest für mich. Alles ist egal, alle Sorgen und die Müdigkeit wie weggeblasen. Ich genieße den Augenblick. Schöner kann es grade kaum sein.

Vater Glück

Vaterglück

So geht es mir oft, ein ständiges auf und ab der Gefühle. Es ist anstrengend, es ist wunderschön. An einigen Tagen funktioniere ich einfach nur noch und frage mich, wo ich die Energie dafür her nehme. Ich zwinge mich teilweise, noch Sport zu machen. Das tut mir gut, das macht meinen Kopf frei. Ich brauche das. An den anderen Tagen läuft alles von selber. Es ist einfach nur toll Papa zu sein. Das sind die Tage an denen ich mir vorstelle, wie es wohl ist, wenn er zum ersten mal Papa sagt.

Wir sind nun seit Mitte September mit ihm zu Hause. Wir haben noch nie so viel geweint, noch nie soviel gelacht, noch nie so viel Chaos im Haus gehabt und noch nie soviel Wäsche gewaschen. Wir sind stellenweise beide am Ende. Aber dann ist da wieder diese eine Moment, wo er lächelt, wenn er uns anschaut. Da ist der Rest plötzlich wieder egal. Wir vergessen es. Vergessen, wie wenig wir stellenweise schlafen. Wie wir uns stellenweise “anzicken”, weil wir beide total übermüdet sind.

Hormone sind schon ein geiler Scheiß!

Das ist unser Leitspruch in dieser Zeit. Und es stimmt, egal wie schwer es ist. Diese Gefühlsausschüttung, die durch die Hormone noch verstärkt wird, ist einfach enorm. Es ist zur Zeit eine sehr anstrengende Zeit, aber auch eine sehr schöne Zeit. Die schönste Zeit unseres Lebens. Wir genießen es sehr. Bereuen es in keinem Moment.

Ich möchte mit diesem Artikel keinem Angst machen, ein Kind zu haben. Speziell ein Frühchen ist das anstrengendste und schönste auf der Welt. Wir lieben ihn, können uns ein Leben ohne ihn nicht mehr vorstellen. Möchten aber auch manchmal einfach unsere Ruhe. Aber so ist das Leben. Jeder bekommt nur das, was er händeln kann.

Wie war die Zeit mit eueren Kindern? Könnt ihr euch noch erinnern? Habt ihr Tipps und Tricks?

Wir erhalten wahnsinnig viel Unterstützung. Und auch an dieser Stelle möchte ich mich nochmal für die Hilfe des bunten-kreis bedanken! Ihr habt uns sehr viel vermittelt, steht stets mit Rat und Tat zur Seite. Danke, das kommt wirklich von Herzen!

Stephan Ochwald-van Hasz Administrator

Hey, ich bin Stephan, der Mr hinter Mr & Mrs Lifestyle.

Zusätzlich zu den administrativen Tätigkeiten hier, bin ich der Autor hinter der Men’s corner. Dort wird Klartext gesprochen. Schaut mal vorbei.

Wenn ich mal nicht hier tätig bin, bin ich im Triathlon unterwegs. Das magische Dreierlei aus schwimmen, radfahren und laufen. Das hält meinen Kopf frei, damit ich noch mehr Ideen für diese Seite entwickeln kann. Zusätzlich hält es mich fit und für die Augen der Mrs attraktiv 😉 Das ist in einer Ehe ja auch nicht unwichtig.

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