…und plötzlich war alles anders

Ich bin keine Schwangere, die sagt, dass die Schwangerschaft die schönste Zeit ihres Lebens ist. Versteh mich nicht falsch. Ich freue mich wahnsinnig auf unseren kleinen Mann und wir haben sehr lange auf ihn gewartet und hingefiebert. Aber die Schwangerschaft an sich ist jetzt nichts, was mir ein Frohlocken entlockt. Dabei habe ich eine vollkommen komplikationsfreie Schwangerschaft. Keine Schwangerschaftsdiabetes, keine dauerhaften Beschwerden, kein Eisenmangel oder ähnliches. Es ist toll zu spüren wie er größer wird und sich bewegt. Das ist einzigartig und ich weiß das sehr zu schätzen. Hier läuft alles super! Oder besser gesagt, hier lief alles super, denn plötzlich war alles anders.

Am letzten Tag der 30. Schwangerschaftswoche habe ich auf einmal abends bemerkt, dass ich Wasser verliere. Nun ja, um ehrlich zu sein, ging ich zu dem Zeitpunkt noch davon aus, dass es sich bei dem Wasser um Urin handelt. Immerhin hatte es sich der Kleine bis dahin schon mindestens über vier Wochen auf meiner Blase gemütlich gemacht. Dementsprechend plötzlich waren meine Toilettenbesuche in dieser Zeit. Aber dieses Mal war es anders. Alles fühlte sich anders an und Panik stieg in mir hoch. Was tut man da? Der Mr und ich haben beschlossen als erstes Rücksprache mit unserer Hebamme zu halten. Der Frauenarzt hatte ja schon geschlossen (Ironie des Schicksals: am nächsten Tag sollte es genau da hin gehen. Zum Baby TV). Unsere Hebamme hat uns dazu geraten das Krankenhaus aufzusuchen. Liegend. Also mit dem Notarzt ab ins Krankenhaus. Ich wusste ja schon immer, dass unsere Stadt viele Schlaglöcher in den Straßen hat, aber ich wusste nicht, dass es SO viele sind. Unglaublich, was man spürt wenn man liegt und den ältesten Einsatzwagen der Flotte erwischt.

Im Krankenhaus hat sich der Verdacht bestätigt. Ein vorzeitiger Blasensprung und dank Corona durfte ich das alles alleine erfahren. Der Mr musste draußen warten. Dieses ominöse Draußen werde ich laut Ärzten ausserhalb des Krankenhausgeländes jetzt wohl eher einige Zeit lang nicht mehr sehen. Denn ab diesem Zeitpunkt gilt: plötzlich war alles anders.

Und plötzlich war alles anders…und zwar das Folgende

Viel zu früh war die Blase geplatzt und mir wurde Kortison, zur Lungenreife unseres Sohns, verabreicht. Zusätzlich bekomme ich Wehenhemmer, um die Geburt hinaus zu zögern und Antibiotika, um dafür zu sorgen, dass keine Bakterien zu ihm durchdringen können. Mehr kann aktuell nicht getan werden. Wir harren also der Dinge, die da kommen werden. 

plötzlich war alles anders

Hier sollte ich viel Zeit verbringen (Foto: Mr & Mrs Lifestyle)

Mittlerweile wissen wir, dass unser Sohn bis zur 37. Woche auf jeden Fall im Krankenhaus bleiben wird. Wann er tatsächlich zur Welt kommt, wissen wir nicht. Idealerweise auch erst in der 37. Woche aber die Prognosen sehen nicht gut aus. Theoretisch kann es jeder Zeit los gehen. Wobei jeder Tag den er im Mutterleib verbringt ein wichtiger Tag ist. Also werde ich noch viel Zeit mit den unglaublich netten Ärzten und Schwestern dieses Krankenhauses verbringen. Es beruhigt mich aber zu wissen, das Zuhause alles so weit fertig ist und wir nur noch die Pflegeprodukte für die Wickelkommode beschaffen müssen. Also höchstens ein kleiner Trip in den Drogeriemarkt. Natürlich trauere ich ein kleines bisschen dem Babybauchshooting hinterher, dass wir letztes Wochenende von der Patentante geschenkt bekommen haben und so jetzt nicht mehr wahr nehmen können. Aber man kann leider nicht alles haben. Denn manchmal lautet die Devise: …und plötzlich war alles anders.

In dem Moment in dem ich diese Zeilen schreibe, geht es uns beiden den Umständen entsprechend gut. Ich bin müde und fertig mit den Nerven aber sonst ganz fit. Auch unser Sohn macht keine weiteren Anstalten allzu bald seine Umzugskoffer zu packen und es lassen sich auch keine Anzeichen finden, dass es ihm nicht gut ginge.

Doch dann…

Die Hand unseres fünf Tage alten Sohnes (Foto: Mr & Mrs Lifestyle)

Die vorherigen Zeilen habe ich am 06. August und am Morgen des 07. August geschrieben. Nicht ahnend, dass ich das Mittagessen im Krankenhaus verpassen würde, weil kurz zuvor unser Sohn per Notkaiserschnitt zur Welt kommen würde. Alles geschah sehr schnell und unerwartet. Er war viel zu leicht und natürlich noch nicht ausgereift. Auch wenn es unserem kleinen Kämpfer erstaunlich gut ging, so lag doch eine anstrengende Zeit vor uns in der wir uns viele Sorgen gemacht haben. 16 Tage KInderintensivstation gefolgt von ungefähr vier Wochen Säuglings-Nachsorgestation. Jeden Tag, zwei mal täglich ins Krankenhaus um unser Kind zu sehen. Am Ende haben wir einen gesunden und tapferen Jungen mit nach Hause genommen.
Wir sind regelmäßige Gäste bei diversen Ärzten und auch in der Physiotherapie. Bekommen viel Unterstützung durch unsere Hebamme und medizinische Nachsorge, die uns leitet. Aktuell sind alle sehr zufrieden mit seinem Zustand und an allen Fronten ist man zuversichtlich, dass er keine Schädigungen behalten wird. Aber wir sind uns auch im Klaren darüber, dass bei Frühchen auch im späteren Leben noch Nachwirkungen auftreten können.

Was auch immer kommen wird, wir bleiben aufmerksam, hoffen das Beste und tun alles was in unserer Macht steht, damit es unserem Wunschkind gut geht.

Und wir sind schwer verliebt in unseren wunderbaren Sohn, der jetzt seit drei Monaten unser Leben bereichert.

 

 

Beitragsbild: Golda via pixabay

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Marina Ochwald Administrator
Gründerin von Mr & Mrs Lifestyle

Hi, mein Name ist Marina. Ich bin Gründerin von Mr & Mrs Lifestyle und blogge hier auch regelmäßig. 

Wenn man mich nicht an der Arbeit findet, dann bin ich meistens in der Nähe eines Hundes anzutreffen. Wir haben selber zwei Fellnasen, Billy und Danny, aber auch sonst bin ich verrückt nach Hunden. Wenn die beiden also mal nicht mit uns unterwegs sind, zieht es mich immer magisch zu allen anderen Hunden hin. Ansonsten verbringe ich noch viel Zeit mit der Nase in Büchern. Ich lese für mein Leben gerne. Fast alles. Außer Bedienungsanleitungen und Historienromane. Die Anleitungen nicht weil sie meistens schlecht übersetzt sind und Historienromane nicht weil ich glaube, dass sie erfunden wurden um mich zu quälen. 

Falls ihr noch Fragen zu meiner Person habt, dürft ihr mir gerne eine Mail schreiben. Ich schreibe auch zurück. 

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