Unsere Ernährungsgewohnheiten

Ernährung ist ein sehr vielschichtiges Themengebiet und mit dem folgenden Artikel begeben wir uns in einen heiß umstrittenen Bereich. Im Alltag meiden wir es unserer Ernährungsgewohnheiten so weit es geht, da es selbst in der erweiterten Familie immer wieder auf Unliebsamkeit stößt. Aber hier möchten wir gerne einmal aufdröseln, wie es dazu kam und welche Beweggründe hinter unseren Entscheidungen stecken. Denn wir ernähren uns fleischlos.

Ernährungsgewohnheiten

Foto: Eaters Collective via unsplash

Wir sind aktuell keine Vegetarier oder Veganer. Wir spielen nur hier und da bei einigen Randgruppen mit aber wir kennen aktuell keinen Begriff, der unsere Ernährungsgewohnheiten komplett beschreiben würde. (Falls du einen kennst, wären wir sehr erfreut, wenn du ihn uns mitteilst. Von Begriffen wie inkonsequent bitten wir jedoch abzusehen.)
Wir essen kein Fleisch, aber Fisch. Am Wochenende lieben wir unser gekochtes Ei aber Kuhmilch meiden wir die meiste Zeit. Bei dem Verzehr von Käse sind wir nicht so ganz auf einem Nenner. Wie ihr seht, ist das Thema vielschichtig. Selbst in einem zwei Personen Haushalt. Und genauso unterschiedlich waren auch unsere Wege bis und Beweggründe zu diesem Punkt, von denen wir euch einfach mal erzählen möchten.

Der Weg des Mr

Als wir uns vor über neun Jahren kennengelernt haben, war der Mr noch ein richtiger Fleischfresser wie er im Buche steht. Sprüche wie „Vegetarier essen meinem Essen das Essen weg“ waren keine Seltenheit und an eine Hauptmahlzeit ohne Fleisch war nicht zu denken. Davon würde man ja nicht satt werden. Woher diese Ernährungsgewohnheiten kamen? Wie bei vielen Menschen in ihren Mitt-Zwanzigern war diese Meinung aus dem Elternhaus geprägt. Fisch war fast genauso verpönt. Das höchste der Gefühle waren mal Fischstäbchen.

Ernaehrungsgewohnheiten

Foto: Sam Abtahi via unsplashund

Und mit Fisch fing auch der Untergang des Fleisches an, habe ich so im Nachhinein festgestellt. Durch die neue Beziehung kamen auch immer mal neue Speisen auf den Tisch und der Mr erkannte, dass Lachs wirklich lecker sein kann. Und nach und nach traute er sich an mehr Fischsorten heran. Irgendwann kam sogar von seiner Seite der Vorschlag ein Fischrestaurant zu besuchen.

Zusammen mit dem Fisch und mehr Sport zog auch ein neues Interesse an Ernährung ein. Und die Erkenntnis, dass vegetarische Gerichte sehr gesund sind. Und dabei auch noch lecker sein können. Anfang 2019 haben wir dann mal einen fleischlosen Monat eingelegt. Auch auf Wunsch des Mr hin und gegen Ende des Jahres kam es dann.
„Ich will keine Tiere mehr essen. Ich möchte nicht, dass eine süße Kuh wegen mir geschlachtet wird.“
Tatsächlich die Worte meines Mannes. Tiere mit Schuppen zu essen, kann er noch mit seinem Gewissen vereinbaren aber nur wenn sie, wie wir es schon seit Jahren praktizieren, aus nachhaltiger Fischerei stammen.

Also ging sein Weg in neun Jahren vom absoluten Fleischfresser über das Interesse für Ernährung, das langsame Herantasten an vegetarische Gerichte und eine wachsende Tierliebe hin zu einem Menschen, der bevorzugt saisonal isst und kein (felliges) Tier mehr isst.

Anmerkung des Mr: Ich überlege zur Zeit sogar, ganz auf tierische Produkte zu verzichten. Da brauche ich aber noch einen kleinen stoß für. Nachdem ich die Dokumentation “The Game Changer” gesehen habe, ist das Thema sehr interessant für mich.

Der Weg der Mrs

Mein Weg war nicht ganz so weit. In meinem Elternhaus gab es auch fast täglich Fleisch weil mein Vater das so wollte, aber meine Mutter war da schon immer anders eingestellt. Ich war das Kind, das auf Feiern belächelt wurde weil ich die Deko vom Buffett gegessen habe. So lange ich mich erinnern kann, gibt es für mich auf dem Teller nicht schlimmeres als ein großes Stück Braten. Wenn schon, dann bitte ein kleines Stück aber mehr Beilagen. Wirklich hoch stand Fleisch bei mir nie im Kurs. Wobei ich dank dem Mr den Wert eines leckeren Steaks, medium rare, zu schätzen gelernt habe. Aber zum großen Fleischfresser wurde ich nie.

Um so lieber und aufmerksamer habe ich seine Wandlung beobachtet und ohne ihn zu drängen neue Gerichte vorgeschlagen oder auch mal einfach so eingeführt, wenn ich mir sicher war, dass es gut ankäme. Über seine Vorschläge ein Fischrestaurant zu besuchen oder später einen vegetarischen Monat einzulegen war ich trotzdem sehr überrascht. Schon bevor er für sich entschieden hat, dass er kein Fleisch mehr essen möchte, habe ich mich genauer mit dem Thema Kuhmilch auseinander gesetzt und bin nach einigen Probelitern auf Hafermilch umgestiegen. (Ja, ich weiß, dass das keine wirkliche Milch ist, aber das ist Scheuermilch auch nicht. Und Kindermilch  sowieso nicht.)

Foto: Mr & Mrs Lifestyle

Als dann der Wunsch aufkam, dass der Mr komplett dem Fleisch abschwören wollte, war ich sofort dabei. Er meinte, ich könne ruhig weiter Fleisch essen aber wie bereits geschrieben, war das sowieso nicht so meins. Also konnte ich auch direkt mitmachen. Meine Intention meine Ernährungsgewohnheiten zu ändern war aber etwas anders. Im Gegensatz zu ihm stört es mich nicht primär, dass Tiere sterben. Was mir vorher schon oft den Appetit auf Fleisch verdorben hat, ist die Massentierhaltung. Wir haben in den letzten zwei Jahren versucht hochwertiges Fleisch zu kaufen. Das war so auch ganz ok, aber trotzdem stammt es aus der Massentierhaltung. Ich bin gerne bereit größtenteils auf Fleisch zu verzichten und mehr für meinen seltenen Genuss zu zahlen, wenn  meine Kuh weiß, wie sich Gras unter den Hufen anfühlt. Und wenn sie nicht tagelang durch die sengende Hitze von ihrem Stall bis zu einem Schlachthof gekarrt wurde. Da dieses Fleisch aber gar nicht mal so einfach zu finden ist in einem Ballungsraum wie dem Ruhrgebiet, steige ich gerne auf den fleischlosen Zug des Mr auf.

Unsere persönlichen Ernährungsgewohnheiten

Vielleicht fragt ihr euch, wieso wir das jetzt erzählt haben. Wir wollten damit beispielhaft aufzeigen, dass Ernährung etwas ist, was sich im Laufe des Lebens sehr verändern kann. Teilweise durch den Einfluss anderer Menschen, die ins Leben treten, teilweise weil man sich damit auseinandersetzt und Aspekte findet, die einem besonders gefallen. Oder besonders zuwider sind. Und nur weil zwei Menschen die selben Ernährungsgewohnheiten haben, muss es nicht aus den selben Beweggründen geschehen.

Wir möchten mit diesem Artikel niemanden von einer anderen Ernährungsweise überzeugen. Wir akzeptieren jede Ernährungsform weil wir es als eine sehr persönliche Entscheidung betrachten. Um es einfach platt auszudrücken, ist es uns egal was andere essen. Das Einzige was wir uns vielleicht von diesem Artikel erhoffen ist, dass diese Debatte offener und verständnisvoller für und von jeder Seite geführt wird.

 

Anmerkung: Wie ihr vielleicht wisst, bin ich aktuell (2020) schwanger. Daher trinke ich momentan Kuhmilch und esse hin und wieder Fleisch um sicher zu gehen mein Baby mit ausreichend tierischen Proteinen zu versorgen, damit es gesund heranwachsen kann. Es ist mir bewusst, dass dies auch vegetarisch möglich ist aber ich gestehe, dass ich einfach zu faul war um mich in dieses Thema einzulesen.

 

Beitragsbild: Brooke Lark via unsplash

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Marina Ochwald Administrator
Gründerin von Mr & Mrs Lifestyle

Hi, mein Name ist Marina. Ich bin Gründerin von Mr & Mrs Lifestyle und blogge hier auch regelmäßig. 

Wenn man mich nicht an der Arbeit findet, dann bin ich meistens in der Nähe eines Hundes anzutreffen. Wir haben selber zwei Fellnasen, Billy und Danny, aber auch sonst bin ich verrückt nach Hunden. Wenn die beiden also mal nicht mit uns unterwegs sind, zieht es mich immer magisch zu allen anderen Hunden hin. Ansonsten verbringe ich noch viel Zeit mit der Nase in Büchern. Ich lese für mein Leben gerne. Fast alles. Außer Bedienungsanleitungen und Historienromane. Die Anleitungen nicht weil sie meistens schlecht übersetzt sind und Historienromane nicht weil ich glaube, dass sie erfunden wurden um mich zu quälen. 

Falls ihr noch Fragen zu meiner Person habt, dürft ihr mir gerne eine Mail schreiben. Ich schreibe auch zurück. 

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